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Ausgewählte Presseberichte im Vorfeld des 14. Januar: 12.01.2006 - DPA-Thüringen-Ticker Thüringer NPD will Jugendverband neu gründen Erfurt (dpa/th) - Die Thüringer NPD will nach Information des Thüringer Verfassungsschutzes am Samstag im Raum Rudolstadt ihren Jugendverband »Junge Nationaldemokraten« (JN) neu gründen. Damit bestätigte die Behörde am Donnerstag einen Bericht der »Ostthüringer Zeitung«. Die Jugendorganisation sei bereits vor einigen Jahren ins Leben gerufen worden, dann aber im Sande verlaufen, sagte Verfassungsschutzsprecher Martin Kaufmann. Das Vorhaben passe in die Strategie der NPD, ihre Präsenz in Thüringen zu verstärken. 13.01.2006 - OTZ Polizei auf Treffen Rechter in Ammelstädt vorbereitet Keine öffentliche Veranstaltung angemeldet Ammelstädt (OTZ/H.E.). Die Saalfelder Polizei ist auf die Samstag in Ammelstädt geplante Gründung des Landesverbandes Junger Nationaler vorbereitet. Es werden genügend Beamte in Bereitschaft sein, informierte gestern Pressesprecher Eddy Krannich. Man werde genau schauen, wie viel Leute kommen, was es mit der Musik auf sich hat und ob die Teilnehmer womöglich auch woandershin gehen. Sobald strafrechtlich relevante Sachen passieren, werde die Polizei einschreiten. So lange es sich aber um eine geschlossene Veranstaltung handelt, werde es bei friedlichem Verlauf schwierig sein, sie zu verhindern, so Krannich. So sieht man es auch in der Stadt Remda-Teichel. Zumal es nicht die erste Veranstaltung im Saal des Gasthauses an der B 85 in Ammelstädt mit rechtem Hintergrund ist. Allerdings ist das bisher fast immer unbemerkt abgelaufen. "Eine öffentliche Veranstaltung ist nicht angezeigt. So lange es eine vereinsinterne Veranstaltung ist, haben wir keine Möglichkeiten, aktiv zu werden", so Manfred Mitterer aus der Stadtverwaltung. Das Landratsamt bestätigte, dass bis gestern keine öffentliche Veranstaltung angemeldet war, weder von den Jungen Nationalen, noch von der Gegenseite. "Wir können das nicht beeinflussen, das ist eine rein kommerzielle Sache zwischen Wirt und Veranstaltern. Wir hoffen, dass es ruhig bleibt. Aus dem Ort wird es jedenfalls keine Aktionen geben", so Ortsbürgermeister Dr. Gerhard Holy. Wirt des Gasthauses in Ammelstädt ist Thomas Treutner, der in Rudolstadt noch eine weitere Gaststätte betreibt. Die Veranstalter haben bei ihm die Gründung einer Jugendorganisation angezeigt, zu der etwa 80 Personen erwartet werden. "Ich habe schon mehrfach mit denen zu tun gehabt, es hat nie Probleme gegeben. Sobald es welche gibt, müssen sie sich einen neuen Ort suchen. So lange die Politik es nicht versteht, die NPD zu verbieten, sehe ich keinen Anlass, sie nicht rein zu lassen. Man muss ja deren politische Haltung nicht teilen", sagte er gestern. Dr. Roland Hahnemann aus Jena, der für die Linkspartei/PDS im Landtag sitzt, warnte vor einer oberflächlichen Einschätzung der Gründung des Landesverbandes. Er fordert Landesregierung und Verfassungsschutz auf, "die Probleme nicht zu verniedlichen, der Öffentlichkeit reinen Wein einzuschenken und demokratische Kräfte nicht mit der Einsatzbereitschaft der Saalfelder Polizei unbegründet zu beruhigen". Pressemitteilung antifaschistischer Gruppen aus Südthüringen 15.01.2006 Rudolstadt/Ammelstädt – Jugendorganisation der rechtsextremen NPD gründet Landesverband Thüringen neu Nachdem vor kurzen schon der sächsische JN-Landesverband neu gegründet wurde, versucht die NPD nun auch verstärkt rechtsradikale Jugendliche in Thüringen in die Partei zu integrieren. Am Samstag dem 14.01.2006 wurde im „Gasthaus Ammelstädt“ bei Rudolstadt der thüringische Landesverband der „Jungen Nationaldemokraten“ wieder belebt. Neben dem Thüringer NPD Vorsitzenden Frank Schwerdt sprachen auf der Gründungsveranstaltung, unter anderem der Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag Holger Apfel, Philipp Valenta, seines Zeichens stellvertretender Bundesvorsitzender der JN. Zu ihren Gästen zählten hierbei etwa 70 alte und neue Nazis aus ganz Thüringen, für welche neben den üblichen Formalitäten wie „Festlegung von Terminen für Veranstaltungen und Schulungen“ auch zwei „nationale Liedermacher“ auf dem Programm standen. Direkt vor dem Gasthaus von Thomas Treutler in welchem nicht zum ersten mal dieses menschenverachtende Gedankengut propagiert wurde protestierten ungefähr 60 junge Antifaschisten, welche mit Transparenten und Fahnen auf das Geschehen in der Kneipe aufmerksam machten. Hierbei wurde unter anderem ein kurzer Redebeitrag über die erstarkenden rechtsextremen Strukturen in Ost- und Südthüringen gehalten. Das von der NPD hierfür ausgerechnet die Region Saalfeld/Rudolstadt ausgewählt wurde ist nicht besonders verwunderlich, schließlich konnte sich in der Gegend fast ungestört eine neue rechte Szene entwickeln welche hier zudem über eine gute Infrastrukturen verfügt. Regelmäßig finden hier Rechtsrockkonzerte und Kaderschulungen statt, auch oder gerade deshalb wurde der lokale Neonazi Thomas Wienroth auf dem letzten Bundeskongress der „Jungen Nationaldemokraten“ als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Für Rückfragen stehen wir ihnen jederzeit gerne unter antifa.slf@mail.com zur Verfügung. Antifaschistische Gruppen aus Südthüringen www.agst-antifa.tk - www.slf.antifa.net Artikel der OTZ nach den Aktionen: 16.01.2006 Linke protestieren in Ammelstädt Ammelstädt (OTZ). Ihrem Unmut über die Gründung eines Landesverbandes der Jungen Nationaldemokraten machten am Samstagabend etwa 50 links gerichtete junge Leute aus Rudolstadt, Saalfeld, Arnstadt und anderen Orten Luft, die zusammen mit dem evangelischen Rudolstädter Pfarrer Johannes-Martin Weiss nach Ammelstädt kamen. Vor dem Veranstaltungslokal gab es verbale Auseinandersetzungen. Weiss lobte gestern gegenüber OTZ die Polizei, die mit ihrer Präsenz dafür sorgte, dass Gewalttätigkeiten vermieden wurden. Nach einer halben Stunde war Ruhe eingezogen. |
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