Pressemitteilungen zur Demonstration am 26.08.
Pressemitteilung der AGST vom 28.07.06
Betreff: AGST kündigt Antifademo in Zella-Mehlis an
Die Übernahme von Nazigewalt und rechtsextremen Strukturen nimmt die Antifagruppe Südthüringen (AGST) zum Anlass, um am Samstag, dem 26. August eine antifaschistische Demonstration in Zella-Mehlis zu veranstalten. Unter dem Motto: "Willkommen in der No-Go-Area Zella-Mehlis! Betreten auf eigene Gefahr! Den rechten Alltag bekämpfen - Gegen jeden Nationalismus!" werden AntifaschistInnen durch die südthüringische Kleinstadt demonstrieren. Zella-Mehlis ist in Südthüringen zwar keine Ausnahme, jedoch ein Brennpunkt rechter Aktivitäten. Die regionale Neonaziszene ist im hohen Maße gewalttätig, organisiert und integriert sich ungestört ins Stadtleben. Auf städtischen Veranstaltungen und im Vereinsleben stellen Neonazis eine feste Größe dar. Ungestört können hier NeofaschistInnen Jugendliche für ihre menschenverachtende Ideologie begeistern.
Die Rechtsextremen, darunter einschlägig bekannte Kader, SchlägerInnen und rechte Skinheads, erzeugen ein Klima der Angst, unter Menschen mit politisch-linkem und migrantischem Hintergrund.
"Ziel der Demonstration soll es sein, rechtsextreme Strukturen in Zella-Mehlis und ganz Südthüringen aufzudecken und zu bekämpfen. Doch beim Kampf gegen Rechtsextremismus hört unser Protest nicht auf. Kritisieren wollen wir zudem jede Form des Nationalismus. Denn dieser bildet die Grundvoraussetzung für die Entstehung extrem rechten Gedankenguts. Den rechten Alltagszuständen in der Region gilt es entschlossen entgegenzuwirken.", so Stefan Müller, ein Sprecher der Gruppe AGST.
Pressemitteilung der AGST vom 27.08.06
Betreff: Antifaschistische Demonstration in Zella-Mehlis mit 200 TeilnehmerInnen
Am gestrigen Samstag demonstrierten etwa 200 Menschen, darunter Antifaschistinnen und Antifaschisten aus ganz Thüringen, Punks aus dem Südthüringer Raum und Zella-Mehliser Bürgerinnen und Bürger, durch ganz Zella-Mehlis unter dem Motto: "Willkommen in der No-Go-Area Zella-Mehlis. Betreten auf eigene Gefahr. Den rechten Alltag bekämpfen, gegen jeden Nationalismus!".
Mit politisch aussagekräftiger Musik und Sprechchören wie "Für die Freiheit, für das Leben, Nazis von der Straße fegen!" wurde ein deutliches Zeichen gegen das Erstarken rechter Strukturen in Zella-Mehlis und gegen Rassismus gesetzt. In Redebeiträgen und Flugblättern wurden zeitgleich Passantinnen und Passanten über das Anliegen der Demonstration informiert.
Bei der Zwischenkundgebung am Sportplatz der WSG Zella-Mehlis betonte ein Redner der Antifaschistischen Gruppe Südthüringen: "Um der Rechtsentwicklung in Zella-Mehlis entgegen zu wirken, ist es wichtig, dass diese als solche erkannt wird, samt der von ihr ausgehenden Gefahr für alle Menschen, die nicht ins rassistische Weltbild der Rechtsextremen passen. Statt mit Verboten ihre Organisationen in die Illegalität zu drängen, muss auf breiter Basis inhaltlich und aufklärerisch gegen alle Tendenzen vorgegangen werden, die den Neonazis den Weg ebnen."
Weitere Redebeiträge thematisierten die menschenunwürdigen Zustände im Asylbewerberheim in Zella-Mehlis und die Abschiebepraxis der BRD, das Verhältnis der Neonazis zur übrigen deutschen Gesellschaft, die verkürzte Kapitalismuskritik der Nazis, den modernen Nationalismus sowie die Überwachung linker Gruppen durch den Verfassungsschutz und daraus resultierende Repression.
Stefan Müller, ein Pressesprecher der Antifaschistischen Gruppe Südthüringen, betonte: "Der Tag hat uns gezeigt, dass es in Zella-Mehlis viele Menschen gibt, die dazu bereit sind, sich gegen Naziumtriebe in der Region zu wehren. Doch dazu muss viel mehr passieren- die ganze Stadt muss sich dem Themenkomplex öffnen, sich kritisch damit auseinandersetzen, anstatt immer nur per Beißreflex von einer Diffamierung durch Antifaschisten zu reden. Wir werden unsere politische Arbeit fortsetzen und auch in Zukunft bei der Mitte der Gesellschaft nicht mit Kritik sparen."